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12Jul

basement26 Frankfurt: Deutschkurs trotz Coronapandemie

Auch die Arbeit im Kinder- und Jugendzentrum basement26 in Frankfurt war – wie bei allen unseren Einrichtungen – vom Lockdown wegen Corona stark betroffen. Seit dem 13. März konnte der dortige Deutschkurs für Frauen mit Kinderbetreuung nicht mehr stattfinden. Nach dem ersten Schock überlegte Christina Lotz als Teamleiterin gemeinsam mit der Deutschlehrerin Antje Wooge, wie es nun trotzdem weitergehen könnte. Täglich bekamen die Frauen via WhatsApp Aufgaben, die sie zur Kontrolle an ihre Lehrerin schicken konnten. Zudem gab es eine Nachricht oder Information zum Thema Corona in möglichst einfacher Sprache. Denn für die Frauen war und ist Corona eine weitere Belastung in ihrem Leben und bringt Unsicherheit. 

Eigentlich sollte der Kurs Anfang April enden und ein neuer Kurs am 20. April starten. Da ein Neustart nun nicht möglich war, wurde die „geschenkte“ Zeit genutzt, um noch einmal intensiver mit den Frauen zu arbeiten und den Kurs gut abzuschließen. Dazu wurde in zwei Wochen via Zoommeeting für eine halbe Stunde am Tag Unterricht gemacht, was von den Frauen auch sehr gut angenommen wurde. Um wenigstens einen halbwegs persönlichen Abschied zu gestalten, durften die Frauen Ende Mai zu Einzelterminen ins basement26 kommen. Ein Abschlussgespräch mit Antje Wooge, eine Teilnahmebestätigung und eine Rose sollten den Frauen ein gutes Gefühl für das Ende des Deutschkurses geben. Auch für das Team war es wichtig, die Frauen persönlich zu verabschieden und zu wissen, dass es allen den Umständen entsprechend gut geht und alle mit neuen Deutsch- oder sogar Integrationskursen versorgt sind. 

Eine dieser Frauen ist Karima und ihre Geschichte steht stellvertretend für viele weitere Frauen. Sie ist 23 Jahre alt und floh mit ihren zwei Kindern aus Äthiopien nach Deutschland. Mit viel Energie und Freude hat sie eifrig Deutsch gelernt und ist bemüht, sich und ihre kleine Familie zu integrieren. Auch ihre beiden Kinder haben mittlerweile einen Kitaplatz gefunden. Aufgrund von Corona wurde jedoch ihr Deutschkurs, den sie im Anschluss nach unserem Kurs besuchen wollte, gestrichen. Daraufhin nutzte das basement26 die engen Kontakte zu dem VbFF (Verein zur beruflichen Förderung von Frauen) und so konnte für das Abschlussgespräch im Kinder- und Jugendzentrum ein Videochat mit einer Beraterin des VbFF organisiert werden. Diese gab einige gute Tipps und wird sich nun erkundigen, wo Karima einen neuen Deutschkurs besuchen kann. Wir wünschen ihr, dass alles klappt und sie ihren erfolgreichen Weg weitergehen kann. 

Im Juni startete nun endlich wieder ein neuer Kurs in Präsenz, zu dem sich acht Frauen angemeldet haben. Der Unterricht wird in zwei Gruppen aufgeteilt und findet an festgelegten Tagen statt. Es geht weiter – auch trotz Coronapandamie.

Abschied Karima basement26

Antje Wooge (re.) freut sich mit Karim (li.)