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03Jan

Abschied von Pastor i.R.Gerhard Solbrig

Mit dem am 26. Dezember 2019 im Alter von 93 Jahren verstorbenen Pastor i. R. Gerhard Solbrig nehmen wir Abschied von einem Menschen, der die evangelisch-methodistische Diakonie in Zeiten der DDR wesentlich mitgeprägt und mitgestaltet hat. Im Jahre 1972 erhielt er den Auftrag, die drei in der DDR verbliebenen Arbeitsgebiete der westdeutschen Mutterhäuser Bethanien, Martha-Maria und Bethesda in Leipzig, Plauen, der damaligen Karl-Marx-Stadt, Halle und in Tabarz zu leiten. Unter seiner Federführung wurden mit Zuversicht und Vertrauen die in der DDR verbliebenen Diakonissen zu einer gemeinsamen Schwesternschaft zusammengeführt und schließlich das Evangelisch-methodistische Diakoniewerk in der DDR gegründet. Dadurch konnte die Krankenhausarbeit dort fortgesetzt, entwickelt und bis zum Ende der DDR weitergeführt werden. In diesen politisch und ökonomisch schwierigen Zeiten bewies er höchstes strategisches Geschick und taktvolles Feingefühl.

Neben laufend notwendigen und zum Teil sehr aufwändigen Baumaßnahmen und der medizinischen Entwicklung galt es auch, die Mitarbeiterschaft zu prägen und die inneren Herausforderungen des Rückgangs der Diakonissen zu bewältigen. Mit der Begründung einer neuen diakonischen Gemeinschaft wagte er dabei einen wichtigen Schritt. So entstand neben der Diakonissenschaft die Gemeinschaft der „Diakonischen Schwestern und Brüder“, die durch zunehmende Einbeziehung in die Mitverantwortung zu einer wichtigen Mitträgerin des Werkes wurde.

Darüber hinaus nahm Gerhard Solbrig die Vertretung der Evangelischen Freikirchen im Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche in der DDR wahr. Er wirkte als Geschäftsführer der Diakonischen Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Freikirchen und war im Hauptausschuss und in der Hauptversammlung des Diakonischen Werkes der DDR tätig. In Anerkennung seiner hohen Verdineste wurde ihm durch das Diakonische Werk das Kronenkreuz in Gold verliehen. Seine hauptamtliche Aufgabe in der Diakonie nahm er bis zu seiner Versetzung in den Ruhestand im Jahr 1991 wahr.

Wir sind dankbar für sein Leben und für seinen Dienst, durch den er wesentlich dazu beigetragen hat, dass die evangelisch-methodistische diakonische Arbeit nach der Wiedervereinigung Deutschlands nicht nur weitergeführt, sondern erheblich ausgebaut werden konnte und in dem er Liebe, Glaube und Hoffnung gelebt und in die Welt getragen hat. 

Wir dürfen nun aufbauen auf dem Grund, den er gelegt hat, und in allen „Stockwerken“, die Gerhard Solbrig mitgestaltet hat, und sagen herzlichen Dank im Namen der Diakonissen und im Namen all der vielen diakonischen Mitarbeitenden in unseren Häusern.

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