Geschichten aus dem Corona-Alltag der BDS

08Apr

Kleine Zeichen der Dankbarkeit

Als Seelsorgerin hat man momentan viel zu tun und die Arbeit wird durch Corona nicht leichter. Es entstehen dadurch jedoch auch viele kleine Momente und Gespräche, die zeigen, warum diese Arbeit so wichtig ist und wieviel damit bewegt werden kann:

Lohnender Anruf
Mich erreicht ein Anruf einer Bewohnerin der Residenz. Traurige und auch ärgerliche Mitteilung über Erlebtes. Das war aber gar nicht ihr Anliegen. „Mir fehlt der Karfreitag, der mir wichtig ist.“ Ich machte ihr den Vorschlag, etwas zu kopieren und in ihren Briefkasten zu stecken, damit sie etwas zum Nachlesen hat. Auch wies ich sie darauf hin, dass sowohl im Fernsehen als auch im Rundfunk Gottesdienste übertragen werden und konnte ihr auch die Uhrzeit für den Deutschlandfunk nennen. Von dort habe ich gute Gottesdienste gehört. Sofort kam die Antwort: „Der Deutschlandfunk ist gut. Danke, das ist mir eine große Hilfe! Ich wusste doch, dass ich heute anrufen muss. Bleiben Sie ja gesund.“          

Gute Impulse
Anruf einer Bewohnerin vom Wohnbereich, die regelmäßig das Wochenblättchen erhält. „Ich wollte mich herzlich bedanken für die Blättchen, die so wunderbar von Ihnen gestaltet sind. Mir geben die Texte so viel. Sie glauben gar nicht, wie wichtig mir das ist. In dieser Zeit braucht man einfach so etwas. Haben Sie herzlichen Dank!          

Ins gleiche Horn geblasen        
Eine katholische Bewohnerin aus der  Residenz meldet sich per Telefon. „Ich will mich         endlich mal bei Ihnen bedanken für die schönen Blättchen, die sie uns zugedacht haben. Immer mit schönen und passenden Bildern dazu. Wissen Sie, ich bin ein Stubenhocker und studiere vor mich hin. So tragisch diese Zeit auf der einen Seite ist, andererseits bin ich auch froh und fühle mich zudem gut versorgt.“            

Nicht zu ändern        
Im Sophienhaus wird der Gottesdienst aus der Kapelle auf die Wohnbereiche übertragen. Gute Rückmeldungen und Dank von den Bewohner*innen werden mir per Mail zugeschickt. Im Zuge der Notfall-Umsetzungen sind die Wohnbereiche geteilt und durch die Brandschutztüren getrennt worden. Das hat zur Folge, dass die Leitung nicht mehr überall hinreicht und nur noch diejenigen Bewohner*innen den Gottesdienst sehen können, die zu einem Strang gehören. Die Zimmerfernseher müssten mit dem entsprechenden Kanal eingestellt werden. So ein Pech - der Hausmeister ist auf längere Sicht erkrankt. Somit sind nur wenige Bewohner*innen am Mittwochnachmittag mit mir verbunden. Dennoch wurden von der Pflegedienstleitung schöne Bilder verschickt.         

Freude einer Ehrenamtlichen       
Einer Bewohnerin aus der Residenz, die regelmäßig Besuche auf einem Wohnbereich und zum Gottesdienst begleitet, hat über ihren Briefkasten von mir unser lila Büchlein „ Liebe, Glaube, Hoffnung“ erhalten. Daraufhin rief sie mich an und sagte: „Sie haben mir eine große Freude damit gemacht. Hoffentlich kann ich bald wieder zu meinen Leuten, die fehlen mir so! Dann kann ich denen nämlich die Geschichten vorlesen, die da drinstehen. Sie eignen sich bei manchen ganz gut. Also, danke schön und bleiben Sie ja gesund!“

I. Leonhardt, Seelsorgerin in der AGAPLESION BETHANIEN DIAKONIE

Corona_Danke